News zum Thema Papeterie

Der schlaue Martin forscht und fragt für Sie nach

 

 

Weitere interessante  Beiträge über das Thema Buchhandlung finden Sie hier >>
Weitere interessante  Beiträge über das Thema Drucken finden Sie hier >>

Endlich wieder sehen

8. Mai 2020

«Endlich wieder sehen»: Der heutige Titel steht nicht für die wundersame Geschichte eines Blinden, dem durch ein Wunder oder das geniale Werk eines Arztes das Augenlicht wieder geschenkt werden konnte. Vielmehr drücke ich damit meine Freude aus, dass mit der gebotenen Vorsicht und Vorsorge die Ladengeschäfte langsam wieder öffnen dürfen.

Natürlich: Auch ich habe spätestens in den letzten Wochen gelernt, dass vieles nicht nur ganz allgemein «online» geht, sondern auch bei meinen lokalen Anbietern sehr gut bis hervorragend funktioniert. Nach der Probe aufs Exempel kann ich jedenfalls feststellen: Glückwunsch an meine Papeterie, die online genauso gut funktioniert wie im realen Leben. Das Tüpfelchen auf dem «i» waren in den letzten Wochen zudem die Filme, in denen die Mitarbeitenden durch einen Ausschnitt des Sortiments führten.

Und gleichwohl: Endlich wieder sehen!

Ich weiss nicht, wie es anderen Menschen ergeht und ob ich ziemlich einsam oder in guter Gesellschaft dastehe, wenn ich von mir sage: Gewisse Dinge muss ich einfach gesehen haben, bevor ich mich für oder gegen einen Kauf entscheide. Das gilt für mich in besonderem Mass, wenn ich ein spezielles, eventuell kleines Geschenk suche. Ich stöbere gern in einem Ladengeschäft, lasse mich gerne inspirieren vom Angebot. Meist werde ich dabei fündig, selbst wenn ich beim Eintreten höchstens eine unbestimmte Idee hatte. Und, wenn’s denn gar nicht klappen sollte mit dem Aufspüren des «richtigen» Geschenks: Im Laden kann ich mich beraten, gewissermassen «auf die richtige Spur führen» lassen.

Es wäre vermessen, wollte ich von mir behaupten, ich fühle mich derzeit wie ein Blinder, der wieder sehen kann. Aber ich fühle mich glücklich, dass ich einerseits weiss, dass Online-Einkäufe auch regional problemlos möglich sind, ich aber gleichwohl wieder mit eigenen Augen sehen kann, was ich einzukaufen gedenke.

Die Bitte übrigens bleibt: Bleiben Sie den lokalen Geschäften weiterhin treu – Sie verdienen Ihr Vertrauen, bieten wichtige Arbeitsplätze und sind Ihnen dankbar für Ihren lokalen Einkauf. Ob im Ladengeschäft oder online.

Was tun?

8. April 2020

Wenn ich trotz aller Beschränkungen Gesprächsfetzen aufschnappe oder auf den «Plattformen» lese, was – die Grundangst einmal ausgeklammert – die Menschen besonders bewegt, so stosse ich oft auf die Frage, was man selber mit der vielen Zeit bloss anstellen soll, die man plötzlich hat, und wie man die Kinder beschäftigt.

Ich habe mich ebenfalls gefragt, was ich täte, könnte oder wollte ich mich nicht einfach auf das Sofa zurückziehen, um zu lesen, Musik zu hören, zu träumen… Mir half kürzlich eine liebe Freundin weiter: «Schreib mir doch einfach einen Brief», forderte sie mich ziemlich keck auf. Nicht, dass mich dies grundsätzlich vor grosse Schwierigkeiten gestellt hätte. Papier und Kuverts waren ja vorhanden… Doch wenn nicht? Gut, hätte da meine Papeterie weitergeholfen, die derzeit Bestellungen und Anfragen übrigens auch telefonisch und per E-Mail entgegennimmt.

Ich habe mich bei dieser Gelegenheit im Sortiment umgesehen. Und bin sehr rasch auf weitere «Beschäftigungsmöglichkeiten» gestossen. Wie wäre es mit einer hübschen Karte, habe ich mich gefragt, die sicherlich Freude in diesen Tagen bereitet? Oder mit einem Spiel für die Runde zu Hause? Aber, wird man einwenden, die Abstandsregeln! Nun gut, es gibt auch Angebote, die man ganz für sich allein nutzen kann. Oder man könnte basteln, zeichnen, malen oder … Der Möglichkeiten sind so viele – und manches ist gar nicht so teuer, wie man vermutet, und bietet gleichwohl über Stunden und Tage Abwechslung und Freude.

Und nun möge man mich entschuldigen: Ich muss noch Briefe schreiben und Karten versenden und – bin somit vollkommen beschäftigt …

Eine Bitte noch: Kaufen Sie lokal ein und weichen Sie bitte nicht auf internationale Online-Shops aus – das gesamte BODAN-Team ist Ihnen in der jetzigen Situation und darüber hinaus ausserordentlich dankbar.

Die Emsigen

19. März 2020

Wer mich hier liest, hat zweifellos mitbekommen, dass ich den persönlichen Kontakt und wenn notwendig die Beratung im Fachgeschäft zu schätzen weiss. Dies bedeutet aber nicht, dass nicht auch ich online einkaufe. Auch hierfür muss man übrigens nicht «ins Ausland schweifen», denn für den Online-Einkauf liegt das Gute ebenfalls so nah.

Dort geht dann alles vollautomatisch, denkt man, ein Prozess, von Maschinen gelenkt, das Bestellte wird unpersönlich verpackt, anonym verschickt… Dann jedoch tritt ganz unerwartet eine noch nie erlebte Krise ein – und plötzlich ist alles anders: Die Ladengeschäfte bleiben geschlossen, bundesrätlich verordnet mit Strafe bei Widerhandlung. Spätestens jetzt merkt «man» plötzlich: Hinter all den scheinbar «automatisch» ablaufenden Prozessen stecken in Tat und Wahrheit Menschen.

Menschen, die sich einsetzen, damit das Richtige  zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt. Im Falle meiner Lieblingspapeterie sind es derzeit sogar mehr Mitarbeitende als sonst, die für die Kundinnen und Kunden da sind. Denn hat man sich entschlossen, telefonisch ebenfalls Auskunft zu erteilen und Bestellungen zu notieren und Aufträge auch per E-Mail anzunehmen. Die emsigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Abwicklung und die Zustellung sorgen, haben ausserdem Verstärkung erhalten durch das Team der Druckerei, damit alle Bestellungen zeitnah ausgeliefert werden können.

Das nenne ich eine gute Reaktion auf die derzeitigen Umstände – und eine geschickte Verbindung zwischen persönlicher Betreuung und den Möglichkeiten der Online-Welt.

Dass hinter diesem Engagement tatsächlich engagierte, emsige Menschen stecken, zeigt sich nicht zuletzt darin, dass an dieser Stelle das gesamte Team Ihnen und Ihrer Familie von Herzen beste Gesundheit und die notwendige Zuversicht wünschen möchte, die uns erkennen lässt, dass wir alle gestärkt aus dieser ausserordentlichen Situation herausfinden werden.

Kaufen Sie lokal ein und weichen Sie bitte nicht auf internationale Online-Shops aus – das gesamte BODAN-Team ist Ihnen in der jetzigen Situation und darüber hinaus ausserordentlich dankbar.

Das Geheimnis

13. März 2020

Malen

Heute will ich ein kleines Geheimnis lüften. Ein «Geheimnis» ist es deshalb, weil ich diesen kleinen Teil meines Ichs nie an die grosse Glocke gehängt, nicht damit geprahlt oder mich diesbezüglich mindestens, wie man heute sagt, «geoutet» habe. Keine Angst oder keine übertriebene Neugierde bitte: Das «Geheimnis» ist absolut harmlos, beinahe alltäglich.

Also denn: In gewissen Phasen meines Lebens habe ich gemalt und male noch heute ab und zu. Nicht weil ich auf Bewunderung hoffe, vom «grossen Erfolg» träume oder mich gar in Vorbereitung befände auf eine «grosse Ausstellung», die nie stattfindet. Malen hatte für mich stets auch mit der Verarbeitung von Erlebtem und Erfahrenem, mit guten und schlechten Erlebnissen zu tun, war zu bestimmten Zeiten somit gewissermassen eine Art «Selbsttherapie». Dennoch oder gerade deswegen nehme ich für mich in Anspruch, nicht irgendwelche «Kritzeleien» produziert zu haben, sondern ernsthaft zu Werk gegangen zu sein.

Zu dieser Ernsthaftigkeit zählte schon die Vorbereitung. Zum Beispiel die Frage, welche Technik ich anwenden, welche ich für mich entdecken, ob ich Farbstifte, Kreide, Tusche, Gouache-, Wasser- oder Acrylfarben usw. verwenden wollte. Und: Welches Papier das richtige wäre, nicht nur als «perfekter Untergrund», sondern insbesondere, um den mir vorschwebenden Effekt zu erzielen. Die Saugfähigkeit etwa, die Oberfläche, die Struktur und manches mehr. Es reichte mir eben nicht, einfach nach dem vermeintlich «richtigen» Malblock zu greifen, dem mit «Zeichenblock» oder «Aquarellblock» oder wie auch immer beschrifteten.

In solchen Momenten war ich stets dankbar, in meinem Ladengeschäft fachkundige Mitarbeitende zu finden, die mich geduldig beraten und mir die verschiedenen Varianten vorgelegt oder gezeigt haben, damit ich sie mir besehen – und, was mir besonders wichtig war: anfassen konnte. Denn Augen und Fingerspitzen können ebenfalls sehr gute Berater sein.

Manchmal denke ich, ich sollte wieder zu malen beginnen. Und sei es bloss, um wieder in den Genuss einer geduldigen, kompetenten Beratung zu kommen …

Nachhaltig

27. Februar 2020

«Ob in Zürich, Frankfurt oder Nürnberg – das wichtige Thema Nachhaltigkeit war an allen Branchenmessen Anfang Jahr allgegenwärtig», lese ich in «haptik», der offiziellen Publikation der Schweizer Papeterien und Spielwarendetaillisten. Naturmaterialien, recycelte Produkte und Hinweise zu einer ressourcenschonenden Herstellung seien überall zu beobachten gewesen, wird berichtet.

Es freut natürlich, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Branche keine kurzlebigen Trendthemen sind, sondern zunehmend an Bedeutung gewinnen. Unbestritten ist andererseits wie bei allen Anstrengungen, eine umweltgerechtere Produktion, ein umweltfreundlicheres Angebot zu etablieren, dass letztlich der «Markt», also die Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden, wieviel Rücksichtnahme auf die Umwelt genommen wird.

Dazu zählt zweifellos auch eine frühe Sensibilisierung für dieses wichtige Thema.  Folgerichtig gab es an der jüngsten Spielwarenmesse in Nürnberg unter dem Motto «Toys for Future» Produkte zu sehen, die das Thema Umweltbewusstsein und erneuerbare Energien kindergerecht erklären sollen. «Diese Spielwaren aus verschiedensten ökologischen Materialien bringen nicht nur Spielspass, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt», ist im entsprechenden Bericht zu lesen.

Die zunehmende Sortimentsvielfalt nachhaltiger Spielzeuge und Papeterie-Angebote spiegelt sich im Fachgeschäft besonders vielfältig – die Umwelt freut’s, werden die Anstrengungen der Branche in in diesem Bereich von den Kundinnen und Kunden honoriert.

Mein Notizbuch

12. Februar 2020

Überall Zettel und Zettelchen: Hier etwas hingekritzelt, dort etwas notiert… Eines Tages hatte ich genug davon, regelmässig in allen Taschen, den Fächern meiner Mappe, selbst in Büchern herumzusuchen, in die ich unterwegs die mitunter winzigen Papierfetzen gesteckt hatte.

Wie glücklich hat mich damals die Nachricht gemacht, dass das «Moleskine», das Kult-Notizbuch aus «grauer Vorzeit», auferstanden war! Mit Gummibandverschluss, seinen abgerundeten Ecken, dem Lesezeichen, damit man nicht lange bis zur nächsten freien Seite suchen muss, und der Falttasche aus Karton im Inneren war es genau das richtige Utensil für mich. Zumal es über einen soliden Einband verfügt, dem auch starke Beanspruchung kaum etwas anhaben kann. Ich habe mich damals für einen weichen Einband und linierte Seiten entschieden und mittlerweile eine schöne Zahl dieser unverwüstlichen Notizbücher vollgeschrieben.

Warum ich gerade jetzt daran denke und mich dieser ersten, viele Jahre zurückliegenden Begegnung mit meinem «Moleskine» erinnere, das mich seither überallhin begleitet?

Weil ich darin soeben auch diesen Beitrag niedergeschrieben habe.

Gesellschaftsspiele - spielen liegt im Trend

2. Januar 2020

Manches bleibt ein Leben lang im Gedächtnis haften. Bei vielen handelt es sich um positive Erfahrungen, andere Begebenheiten würde man lieber vergessen. Und bei dieser oder jener Erinnerung bleibt man ein ganzes Leben lang unsicher, zu welcher Kategorie sie gehört.

Dazu gehört aus meiner Jugendzeit das «Spielen». Damit meine ich nicht das Herumtollen im Freien, sondern die Brett- oder Kartenspiele vornehmlich im Familienkreis. Denn ich muss zugeben: Ich habe nicht gerne verloren…

Nicht, dass ich somit, inzwischen erwachsen, erleichtert gewesen wäre, als diese Art der Freizeitbeschäftigung zu verschwinden schien. Denn dass, wer spielen wollte, sich nun ganz allein vor dem Computer einem Spiel widmete, war ja dem Familienleben kaum förderlich.

Heute liegen Brett- und Kartenspiele wieder im Trend. Rund 1500 Neuheiten wurden 2019 allein an der Spiele-Messe in Essen präsentiert, der weltweit grössten Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele. Eine kaum vorstellbare Fülle!

Kürzlich wurde ich plötzlich «mit meiner Vergangenheit» konfrontiert: Der spielbegeisterte Sohn, auch er mittlerweile erwachsen, lud mich zum Spielenachmittag ein. Und ich muss zugeben: Es hat Spass gemacht. Viele neue Spiele fordern ein gerütteltes Mass an Taktik und Strategie ab, bei anderen kann man einfach «drauflosspielen»; das Angebot ist, habe ich gelernt, riesig geworden, da ist für jeden Geschmack und jeden Wunsch etwas dabei. Gewinnen ist noch schöner geworden – und das Verlieren ärgert mich nicht mehr.

Schön also, dass es sie noch gibt, die Brett- und Kartenspiele. Und schön, dass sie sich nicht nur «in die Neuzeit» hinübergerettet haben, sondern sich auch stetig weiterentwickeln. So wird der Besuch meines Lieblingsgeschäfts oft zum zusätzlichen (Aha)-Erlebnis.


.

Papier-Agenda

18. Dezember 2019

Oft wird vermutet oder behauptet oder «festgestellt», die Agenda aus Papier habe ausgedient. Dem ist nicht so. Und dies hat durchaus gute Gründe, wie das belgische Unternehmen Brepols, das seit 1796 Agenden produziert, in einer Marktbefragung herausgefunden hat. Sie hat gezeigt, dass über 76 Prozent der 3000 Befragten über 18 Jahren aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden eine Agenda aus Papier nutzen. 20 Prozent der Befragten besitzen gar mehr als eine Agenda.

95 Prozent der Befragten wollen diese Form der Terminverwaltung auch weiterhin nutzen. Als häufigste Gründe für die Nutzung einer Papier-Agenda wurden genannt: Zuverlässigkeit, Leidenschaft für Handschriftliches, Gewohnheit und Klarheit.

Der Geist von gestern

22. November 2019

Eine Vorwarnung: Der hier schreibt, ist gross geworden in der Epoche ohne Handy. Ohne Computer. Ohne Internet. Und er hat die Zeit vor der elektrischen Schreibmaschine und jene mit Schwarzweiss-, statt Farbfernsehen selber erlebt. Ein «Gestriger» halt, einer aus der Ur- oder Steinzeit. Ich kann damit, während ich am PC diese Zeilen niederschreibe, die ich unterwegs auf dem Handy auf Fehler kontrollieren werde, ganz gut damit leben.

Wenn ich dann aber manchmal lese, wie jemand mit jemandem («früher») per SMS, heute vielleicht über WhatsApp oder was auch immer Schluss gemacht oder auf diese Weise eine Beziehung angefangen hat, dann träume ich manchmal: Wenn man das in einen Brief kleiden müsste …

Statt das neueste Handy machte zu meiner Zeit zum Beispiel der neue Füllfederhalter den Unterschied. Oder das gefütterte, statt das «normale» Kuvert. Oder ein edles Briefpapier.

Ich habe mich weggeträumt, die Anzeichen von Sentimentalität verscheucht. Man soll nicht Dingen nachtrauern, die von der Zeit überholt wurden. Bis ich aus einem banalen Grund eine Papeterie betrat. Ich benötigte eine Kleinigkeit. Zwar gäbe es die in jedem Online-Shop zu kaufen. Nur hätte ich dort derart viel davon kaufen müssen, dass noch meine Nachkommen ausgestattet gewesen wären. Anders wären die Versandkosten nicht zu umgehen bzw. die «Mindestbestellmenge» nicht zu erreichen gewesen. Bei dieser Gelegenheit sah ich sie dann da liegen: Die edlen Schreibgeräte, die gepflegten, schönen Schreibpapiere, viele Kleinigkeiten für originelle Geschenke und vieles mehr, was ich längst als verloren geglaubt hatte.

Als jemand, der «marktwirtschaftlich» eher geprägt, denn geschult ist, war mir sofort klar: Wäre dies oder jenes nicht länger nachgefragt, es würde nicht mehr hergestellt.

Schön, schöpfte ich Hoffnung: Der Geist von gestern könnte der Trend von morgen sein.